Konzept

Ein Text von Ronka Oberhammer

Landscapes 01 – ein naheliegender, einfacher Titel für die großformatigen Bilder von Bärbel Möllmann. Im Stil von William Turner oder auch Caspar David Friedrich präsentiert sie dramatische Landschaftsbilder eines Ostseestrandes oder des Grand Canyon. Ja, dort wollen wir auch stehen: An diesem einsamen Strand, mit diesem grandiosen Blick. Und doch geht Möllmanns Arbeit über das Dekorative hinaus: Dieser Landschaft trauen wir nicht ganz. Diese Schönheit ist im Jahre 2010 unglaubwürdig.

Natur, die ein Geheimnis hat, gilt gemeinhin als romantisch und märchenhaft. Landscapes 01 haben etwas Unbestimmtes, sie verbergen etwas. Manchmal durch Schatten, manchmal durch Lichter „dokumentieren“ sie in bester Roman-Tradition: Sie erzählen uns das, was wir daraus lesen wollen. So vermuten wir einerseits, daß uns die Künstlerin etwas verschweigt: den Highway-Lärm, die Touristengruppe oder den Parkplatz im Hintergrund. Andererseits verführt sie uns zum Träumen, wie einsam und erholsam es an diesem Flecken der Erde sei. Auch William Turner oder Caspar David Friedrich haben nie nur Dekoratives geschaffen: Die Bilder hatten fast immer einen historischen Bezug, verwiesen auf die aktuelle politische Situation oder gaben einen Kommentar dazu ab. Aber man sucht vergeblich in Möllmanns Bildern nach der eindeutigen Aussage.

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